Ein großer Wunsch von uns war es London einmal in der Vorweihnachtszeit zu sehen. Ich sag mal so, man muss es mögen und es ist auch nur für Personen gemacht, die kein Problem mit vielen anderen Menschen haben.
Wir waren zusammen mit den Kids unterwegs und das war an der ein oder anderen Stelle schon eine Herausforderung. Auf der anderen Seite war es aber auch sehr schön und beeindruckend.
Da uns WizzAir mit ihrem Billigflugangebot im Stich gelassen hat, mussten wir auf teurere Flüge umbuchen. Vorteil: wir hatten kostenloses Handgepäck und entsprechend mehr Platz für winterfeste Kleidung oder unsere Einkäufe.
1. Tag
Heathrow Express
n Heathrow angekommen überlegten wir, wie wir am besten in die Stadt kommen. Die U-Bahn fährt direkt vom Flughafen in die Stadt, dauert allerdings auch ca. 1. Std. Alternativ hätte ein Taxi/ Uber genauso lange gedauert, wäre aber deutlich teurer gewesen. So entschieden wir uns für die schnellere, aber auch nicht ganz günstige Variante mit dem Heathrow Express. Die Fahrtzeit betrug ca. 15 Minuten und führte uns zum Bahnhof Paddington. Die Kosten lagen bei zwei Erwachsenen bei ca. 50 Pfund. Die Kids fuhren wieder kostenlos mit, benötigten allerdings ein eigenes Ticket für die Schranke.
Nach einem zeitigen Start in den Tag fuhren wir zunächst in unser Hotel, um dort unsere Taschen abzugeben.
Park Avenue Bayswater Inn Hyde Park
Ein kleines Hotel in der Nähe der Station Bayswater. Gegenüber befindet sich ein kleiner Park und generell empfand ich die Umgebung als sehr angenehm. Das Zimmer war eher einfach gehalten, aber ausreichend. Wer Luxus erwartet sollte eher in einer anderen Preiskategorie suchen. Da wir vorhatten unterwegs zu frühstücken hatte ich wieder ohne Frühstück gebucht.
Butterfly Trail
Dieses Mal wollten wir endlich mit den Kids den Butterfly Trail besuchen. Beim letzten Mal waren die Räume wegen einer Promo-Aktion gesperrt.
Wir hatten Glück und musste nicht lange auf die Schmetterlinge warten. Die Kinder waren begeistert. Immer wieder einen Besuch wert und das schöne, es ist kostenlos.


Reagentstreet und Hamleys
Die Reagentstreet wurde für den Fahrzeugverkehr gesperrt, sodass man ungehindert auf der Straße laufen konnte. Überall standen umgebaute rote Busse, die als Verkaufstand für zahllose Süßigkeiten dienten. Wir ließen uns vom Strom treiben und dieser führte uns direkt zu Hamleys. Wohin auch sonst in der Vorweihnachtszeit mit Kindern? Die Massen gaben einen den Weg durch den Laden vor. Man wurde sanft von einer Etage zu nächten und immer im Kreis durch den Laden geschoben. Überall waren hoch motivierte Verkäufer, die einem die Waren anpriesen. Natürlich verließen wir den Laden nicht mit leeren Händen. Es ist ja schließlich bald Weihnachten.
Am Nachmittag machten wir uns wieder auf den Weg zum Hotel, um unser Zimmer zu beziehen. Auf dem Weg legten wir noch einen kurze Stopp im Pub ein. Das Pub in der Nähe unseres Hotels war kein Highlight, aber erfüllte seinen Zweck. Da zu diesem Zeitpunkt gerade ein Fußballspiel im TV übertragen wurde, waren die Pubs in der Umgebung alle recht voll und wir waren froh, dass wir überhaupt einen Platz bekommen haben.
Nach einer kurzen Erholungspause im Hotelzimmer machten wir uns auf dem Weg zu unserem ersten geplanten Programmpunkt.


Christmas Light Tour
Die Tour wird von verschiedenen Anbietern u.a. über GetYourGuide angeboten. Wichtig zu wissen, dass die Tour mit offenen Verdeck gemacht wird, also warm anziehen. Da sich alle Touren im Vorwege ähnlich angehört haben war der Preis ein entscheidendes Kriterium. für zwei Erwachsene und zwei Kinder habe ich zusammen ca. 70€ gezahlt. Es war zunächst nicht einfach den Treffpunkt zu erreichen, da so viele Menschen in der Stadt zu Fuß, mit der Bahn, mit dem Auto usw. unterwegs waren. Die U-Bahnstation in unmittelbarer Umgebung war sogar auf Grund der Menschenmengen gesperrt. Am Treffpunkt selbst zeigten wir unsere Tickets und stellten uns an. Dann warteten wir und warteten und warteten. Da der Verkehr auch fast zum Erliegen kam, kam unser Bus natürlich auch nicht vorwärts. Nachdem der vermeidlich nächste Bus in die falsche Richtung abbog warteten wir weiter. Ca. 1 Std. nach unserem eigentlichen Start war es dann endlich soweit. Da es die ganze Zeit leicht regnete und das Wetter nicht das Bester war entschieden wir uns gleich vorne sitzen zu bleiben. Das war nicht unsere beste Entscheidung. Durch den regen war die Scheibe nass und gute Fotos waren quasi unmöglich. Nur einmal entschieden war ein Sitzplatzwechsel keine Option mehr. Im Schritttempo ging es dann langsam los. Das erste Hightlight war Annabells mit der imposanten Fassade.
Wir stauten uns weiter durch die Stadt. Vorbei an den mit Lichterketten geschmückten Straßen und am Trafalguar Square. Ich muss sagen, der Weihnachtsbaum am Trafalgar Square machte in der Nacht und am Tag ehrlich gesagt nicht viel her. Da gab es unterwegs deutlich schönere Exemplare. Der Regen hörte irgendwann auf und die Scheibe vor uns trocknete ein wenig. Nach der Tour, die ca. 1 Stunde dauerte, in der wir gefühlt gar nicht vorangekommen sind waren wir doch etwas enttäuscht.
Im Großen und ganzen muss ich aber sagen, dass ein anderer Anbieter oder auch ein Hop On Hop Off, der auch andere Strecken fährt besser gewesen wäre. Auch zu Fuß wäre es sicherlich interessanter gewesen, da einige Straßen für den Fahrzeugverkehr gesperrt waren und man dort die Weihnachtsbeleuchtung gar nicht sehen konnte.(z.B. Regantstreet)
Auch für Fotos ist die Variante zu Fuß sicherlich die bessere.






2. Tag
Pastrada
In der Früh machten wir uns nach einem schnellen Instantkaffe im Hotelzimmer auf die Suche nach Frühstück. Bereits am Vorabend kamen wir an einigen kleinen Lokalen vorbei. Dabei fiel mir ein ganz besonderes Lokal ins Auge. Man könnte behaupten, dass mich das Lokal mit der rosafarbenen Blumendekoration langsam in seinen Bann zog. Meine Tochter und ich waren gleich begeistert, was man vom männlichen Teil unserer Familie nicht behaupten konnte. Wir waren die ersten Gäste in diesem kleinen aber sehr gemütlichen und liebevoll dekoriertem Lokal. Die Auswahl in der Speisekarte war auch reichhaltig. Ich entschied mich für eine. Balkan-Platte, mein Verlobter für ein classisches Frühstück und die Kids wollten Waffeln. Da alles frisch zubereitet wurde musste wir ein wenig warten, aber das hat sich total gelohnt. Auch die anfänglich wenig Überzeugten, mussten zugeben, dass das Frühstück einfach sensationell war. So liebevoll das Lokal dekoriert wurde, so liebevoll wurde auch das Essen zubereitet. Wenn man in der Nähe ist, sollte man unbedingt vorbei schauen.







Anschließend ließen wir uns noch ein wenig durch die Stadt treiben. Im Internet hatte ich vom Snoopi Trail gelesen, also begaben wir uns auf die Suche nach der ersten Hundehütte. Auf dem Weg nutzen wir die Chance einen Blick in die St. Pauls Cathedrale zu werfen, da der Zutritt auf Grund eines Gottesdienstes kostenlos war. Also schlossen wir uns den anderen Touristen an und ließen uns in die Kirche treiben. Die Cathedrale ist sehr groß aber recht unspäktakulär. Hier wurde auf viel Kitsch und Schnörkel verzichtet, was die Kirche aber nicht weniger beeindruckend erscheinen lässt.
Nachdem wir den Vormittag entspannt und mit nicht ganz so tollem Wetter hinter uns hatten, wollten wir uns noch kurz im Hotel ausruhen, bevor es dann zu unserem eigentlichen Highlight ging. Das Winter Wonderland.
Winter Wonderland
Wir hatten viel über das Winter Wonderland gelesen und uns schon Monate im Voraus registriert, damit wir ja rechtzeitig Timeslots buchen konnten. Wir hätten uns wahrscheinlich gar nicht so stressen müssen, aber hinterher ist man ja immer schlauer. Jedenfalls buchten wir für Sonntag Nachmittag Timeslot. (Peaktime) Je nach Zeit muss man für den Eintritt einen kleinen Betrag zahlen, um Zutritt zum Gelände zu erhalten. Einmal auf dem Gelände kann man jedoch so lange bleiben wie man möchte. Im Nachhinein war ich auch froh, dass wir nicht am Samstag dort waren. Das wären mir wahrscheinlich auch zu viele Menschen gewesen. Es gibt unterschiedliche Eingänge, die farblich markiert sind. Der goldene Eingang war für uns der Nächste, daher stellten wir uns dort zeitgerecht an. Es gab natürlich eine Sicherheitskontrolle. Getränke, Spraydosen usw. durften nicht mit auf das Gelände genommen werden. Es gab vorab auch die Empfehlung generell auf Taschen und Rucksäcke zu verzichten. Die Kontrolle bzw. der Weg dorthin nahm etwas Zeit in Anspruch. Jede Reihe wurde durch Gitter abgetrennt und die Besucher stellten sich brav an. Das Gelände selbst in in verschiedene Bereiche und Themenschwerpunkte unterteilt. Wir entschlossen uns geordnet vorzugehen, da man sonst leicht den Überblick verliert. Es gab jede Menge Fahrgeschäfte, Bars, Schießbuden und andere Verkaufsstände. Vorab gab es die Möglichkeit unterschiedliche Pakete zu buchen. Da war ein wenig unübersichtlich, daher ließen wir es darauf ankommen. Vor Ort konnte man auch alles einzeln kaufen. Ich empfand es jetzt nicht als Nachteil bzw. hatte nicht das Gefühl, dass wir dadurch mehr gezahlt hätten. Günstig ist ein Aufenthalt in keinem Fall.
















Diesen Abend ließen wir gemütlich ausklingen und gingen auf dem Weg zum Hotel noch in ein Pub. Wir hatten Glück und ergatterten noch einen Tisch. Der kalte Cider schmeckte nach diesem langen Tag besonders gut. Ich liebe die Atmosphäre in den Pubs. Es ist zwar voll und teilweise laut, aber es ist trotzdem angenehm und stressfrei.


3. Tag
Für den 3. Tag hatte ich zum Frühstücken einen Tisch in einem Restaurant neben dem Bahnhof King Cross reserviert. Wir ließen unsere Taschen im Hotel und fuhren nach Kingscross. Da wir sehr früh dran waren gingen wir noch zum Bahnhof, um uns die Zeit zu vertreiben. Selbst zu dieser frühen Stunde war an Gleis 9 3/4 die Hölle los. Also hatte sich die Vorstellung von einem schnellen Foto schnell wieder in Luft aufgelöst. So schauten wir uns die überdimensionale Spieluhr und ein kleines Haus aus der Welt von Harry Potter an. Als es dann endlich soweit war gingen wir über die Straße zum German Gymnasium.




German Gymnasium
Das Restaurant war sehr groß. In der Mitte befand sich ein schön geschmückter Weihnachtsbaum. Wir waren so ziemlich die einzigen Gäste. Trotzdem wurden wir gefühlt an den kleinsten Tisch des Restaurants geführt. Das machte das Frühstück bzw. das Arangiern der Teller etwas umständlich. Wir der Name schon sagt gab es eher deutsche Speisen oder zu mindestens hatten sie deutsche Name. Ich bestellt ein Frühstück Hamburg, die Kinder Obstsalat und Quarkkeulchen und meine bessere Hälfte entschied sich für Berlin. Das Essen war OK, aber auch nicht herausragend. Ich muss sagen, dass das Essen vom Vortag um Welten besser war. Auch das Lokal selbst war eher kühl und unpersönlich im Vergleich zum Pastrada. Es war einen Versuch wert, aber keiner, der nach einer Wiederholung schreit.


Shopping
Im Anschluss fuhren wir mit der Bahn ins Westfieldcenter. Eines der größten Einkaufszentren Europas. Bereits am Eingang wurden wir von der festlichen Dekoration in Empfang genommen. Überall gab es die Möglichkeit ein paar tolle Erinnerungsfotos zu machen. Nachdem wir unsere Jacken in der Garderobe abgegeben hatten starteten wir los. Auch hier bekamen wir wieder einiges geboten. So gab es gerade eine Promotion des neuen Wicked-Films. Hierfür stand ein riesiger Baum direkt in der Mall. Gleich nebenan gab es eine kleine Ausstellung. Da zu diesem Zeitpunkt nichts los war, konnten wir direkt rein gehen und mussten keinen Timeslot buchen. Praktischerweise gab es auf dem Boden Markierungen, die den optimalen Standpunkt für Fotos anzeigte. Die Kids hatten in jedem Fall und es entstanden ein paar lustige Fotos. Natürlich haben wir das Center nicht mit leeren Händen verlassen. Von Schuhen, über Kleidung, Spielzeug und Bücher war alles mit dabei. Wir haben sogar ein paar tolle Bücher zum Englisch lernen für die Kids gefunden. Eine kostenlose Spielapp gab es noch gratis oben drauf.








Nach unserem Shoppingtripp holten wir unsere Taschen aus dem Hotel und entschieden uns mit dem Taxi zum Flughafen zu fahren. Der Verkehr war etwas zäh, sodass wir länger als gedacht zum Flughafen unterwegs waren. Da wir aber wirklich viel Zeit hatten stresste uns das nicht. Unser Kartenspiel führte zu einer kleinen routinemäßigen Drogenkontrolle. Aber alles nicht schlimm und wir konnten schnell weiter. Auf der Suche nach einer Lounge, in der wir die Wartezeit verbringen konnten, wurden wir bei der ersten gleich mal abgelehnt. Keine Chance ohne Reservierung. In der zweiten hatten wir etwas mehr Glück. Jedoch wurde unser Aufenthalt auf 2 Stunden begrenzt. Jede weitere Verlängerung hätte uns eine Menge Geld gekostet. Das war die Lounge dann leider doch nicht wert. Aber zwei Stunden sind ja auch schon was. Das Angebot in der Lounge, bis auf die alkoholischen Getränke ist sehr oft überschaubar, aber irgendwie findet man immer etwas. Unser Flieger hatte mal wieder etwas Verspätung und so waren wir dann gegen Mitternacht endlich total erledigt wieder zu Hause.
Fazit der vorweihnachtlichen Reise nach London: Wenn man kein Problem mit Menschen und Körperkontakt hat, sollte man sich diese Stadt unbedingt in der Weihnachtszeit anschauen. Es gibt so viele schöne Ecken, die wir uns leider auf Grund der zeitlichen Begrenzung nicht anschauen konnten. Zur Sicherheit sollte man auch ein entsprechendes Budget einplanen, da die Flüge und Hotels und gefühlt auch alles andere im Dezember noch teurer ist als sonst.










































































